Kategorie: 🌙 Literatur & Psyche
Wie wir unsere
Bestimmung finden – auch ohne Rückhalt
Skeeter aus The Help & der Mut, den eigenen Weg zu gehen
Lesedauer: 6 Minuten
1. Einstieg
Es gibt diese Momente, in denen wir merken, ich weiß, was ich will. Jetzt. In denen wir unsere Träume, unsere Visionen nicht mehr loslassen können. In denen wir das „Normale“
hinterfragen, nur weil etwas gesellschaftlich akzeptiert und
erwartet wird – bedeutet es zwangsläufig, dass es auch richtig ist?
Viele Menschen stehen irgendwann an einem Punkt, an dem sie sich nach ihrer Bestimmung fragen.
Was soll ich tun, wenn ich den Drang habe, mein Leben selbst zu gestalten? Und zwar anders, als die Menschen um mich herum. Was ist, wenn ich weiß, dass ich zu mehr bestimmt bin – auch wenn ich meinen Weg noch nicht klar sehe?
2. Kontext
Die Geschichte ist voller inspirierender Persönlichkeiten, die sich gegen die gesellschaftlichen Normen zu ihrer Zeit
durchgesetzt und den Lauf der Geschichte verändert haben. Oftmals sehen wir aber nicht, welche innere Entwicklung
stattfinden musste, damit der Traum - die Vision - Wirklichkeit wird. Denn der Erfolg und das, was wir sehen, ist nur ein
winziger Teil der Reise. Er wirkt wie das Ziel – aber eigentlich ist er nur ein Moment darin. Der Weg dahin ist das, was wir
überstehen müssen. Das, was uns formt. Uns verändert, damit wir etwas verändern können. Und uns Erfüllung bringt.
Doch diese Entwicklung sehen wir nicht nur in der Geschichte – sondern auch in Geschichten.
3. Literarische Verankerung
Skeeter in The Help startet ihr Projekt ohne Rückhalt. Sie riskiert Ablehnung und flieht in die Isolation. Weil sie weiß, dass sie ihrem Traum nachgehen muss. Sie spürt, dass die Welt um sie herum noch nicht so weit ist. Sie beweist: wir brauchen keine Bestätigung, um loszulegen. Wir brauchen nur Mut. Mut, bevor irgendjemand an uns glaubt. Sie findet Unterstützung bei Aibileen und Minny, nicht, weil sie beste Freundinnen sind, sondern weil auch sie an etwas glauben.
Skeeter verliert aber auch ihre gesellschaftliche Anerkennung und ihre Freunde. Ihr Umfeld reagiert mit Ablehnung und
Distanz. Aber Skeeter weiß, dass Wachstum Verlust mit sich bringen kann. Menschen begleiten uns eine Zeitlang und
verändern sich. Jeder darf sich verändern. Und nicht jeder, der dich bisher begleitet hat, muss für immer an deiner Seite bleiben.
Sie entscheidet sich bewusst nicht, für ein einfaches,
angepasstes Leben. Sie weiß, dass sie das nicht erfüllt.
Aber vor allem zeigt sie uns, wie ihr innerer Mut zu äußeren Veränderungen führt.
4.Tiefenanalyse
Die Psychologie der inneren Veränderung einer Bestimmung
Veränderung beginnt innerlich - leise, um dann mit der Zeit immer lauter zu werden. Bis der Drang, etwas zu verändern,
ansteckend wird. Doch ganz am Anfang sind es nur wir allein mit einem Traum. Da beginnt die Reise. Sobald wir von etwas überzeugt sind, beginnt unser Gehirn zu arbeiten und gezielt nach Hinweisen zu suchen, die das bestätigen, woran wir
glauben. Und weil es aktiv nach Hinweisen und Möglichkeiten sucht, kommen wir ins Handeln. Wir beginnen selbst bewusst und aktiv nach Hinweisen, nach Wegen und Möglichkeiten zu suchen, unser Ziel zu erreichen. So bestätigen wir uns selbst und vertiefen unseren Glauben.
Doch die Angst ist oftmals nicht weg. Niemand ist angstfrei – auch Skeeter nicht. Doch sie handelt trotzdem. Sie sieht, was ihr Mut bewirken kann. Nicht nur für sich, sondern vor allem für Minny und Aibileen. Das treibt sie an.
Wenn wir unsere Bestimmung gefunden haben, bedeutet es, dass wir automatisch Glück empfinden werden, wenn wir uns ihr widmen. Eine innere Richtung zu haben lässt uns
Unsicherheiten überwinden. Unsere Komfortzone fühlt sich plötzlich einschränkend an. Wir verlassen sie. Oftmals gar nicht bewusst, sondern weil wir es fühlen – unbewusst. Weil unser Gehirn nach Möglichkeiten sucht, unseren Traum wahr werden zu lassen. Und da unsere Komfortzone nur so weit reicht, wie wir sie lassen, wächst sie automatisch mit jedem Schritt, den wir in die richtige Richtung gehen.
Skeeter entscheidet sich bewusst gegen ein einfaches, angepasstes Leben – das sie durchaus haben könnte – und für
ihren Weg. Denn sie weiß, dies ist ihre Bestimmung. Dies führt sie zu ihrem Glück, zu dieser inneren Zufriedenheit. Da sie
ihrer Bestimmung folgt, durchlebt sie die innere Veränderung, die unabdingbar ist, um ihr Ziel zu erreichen.
Mut & Isolation
Äußere Einflüsse formen uns. Viele Wissenschaftler, Künstler und Visionäre haben sich abgeschottet, um genau diesem
Einfluss zu entgehen. Es erfordert innere Stärke und
Willenskraft, sich durchzusetzen. Nicht nur gegen Menschen, die man liebt und von denen man weiß, dass sie nur das Beste wollen, sondern auch gegen eine Gesellschaft, die akzeptiert – nicht hinterfragt. Um die eigene Kraft zu schonen, zieht sich auch Skeeter in die Isolation zurück. Denn Veränderung geschieht nicht durch Akzeptanz, sondern durch Mut.
Den Mut, zu hinterfragen.
Den Mut, an etwas zu glauben, das noch nicht da ist.
Den Mut, sich selbst zu verändern, um etwas zu verändern.
Skeeter zeigt uns aber auch, dass Bestimmung nicht immer nur Selbstverwirklichung ist, sondern auch Verantwortung.
Aibileen und Minny bekommen durch Skeeter eine Stimme. Sie nutzt ihre Position für Sichtbarkeit. Obwohl sie sich zuerst in die Isolation zurückzieht und die drei sich geradezu verstecken müssen, will Skeeter doch am Ende diejenigen ohne Stimme sichtbar machen.
Ihre Bestimmung ist nicht nur das, was sie erschafft, sondern wem sie Raum gibt.
Eine Kraft, die im Laufe von The Help immer ansteckender wirkt – sowohl auf die Figuren, als auch auf den Leser.
Warum der Weg wichtiger ist als das Ziel
Skeeter hat das Glück, dass Aibileen und auch Minny an ihre Vision glauben. Doch nicht jeder von uns kann mit
Unterstützung rechnen. Manchmal stehen wir allein vor
Herausforderungen. Manchmal verlieren wir Menschen auf dem Weg zu unserem Ziel. Weil wir uns verändern, weil wir wachsen – herauswachsen. Etwas ganz allein durchzuziehen verändert uns. Doch vielleicht ist es die notwendige Veränderung, ohne die wir das Ziel nie erreichen könnten.
Denn ist es nicht das Ziel, auf das es ankommt. Es ist die Reise dahin. Die innere – und vielleicht auch äußerliche –
Veränderung. Das Erreichen des Ziels ist ein winziger Augenblick. Der Weg dorthin ist die Geschichte. Wir lesen Bücher nicht, weil wir so schnell wie möglich das Ende erfahren wollen, sondern weil wir mit den Protagonisten Dinge erleben
wollen. Mit ihnen wachsen wollen. Das ist spannend, das ist aufregend.
5. Was bedeutet das für dich?
Können wir das nutzen, um unser Leben wie ein Buch zu sehen? Die Verwirklichung unserer Träume als einen Film?
Wenn wir unsere Bestimmung kennen, wissen wir, wo wir hinwollen. Wer wir werden wollen. Was wir erreichen und
verändern wollen. Aber das ist nur das letzte Kapitel. Der Plot und das Erleben ist das, was die Geschichte ausmacht.
Jeder Tag, jede Aktion, jeder Schritt, der uns unserem Ziel näher bringt ist ein neues Kapitel in deinem Buch. Wenn du das Buch beenden möchtest – also zum Ziel gelangen möchtest – dann schreibe deine Geschichte weiter. Geh den Schritt, der sich für dich richtig anfühlt und fülle damit die Seiten.
6. Perspektivwechsel
Ob allein oder mit Mitstreitern: Die innere Veränderung, die der Glaube an ein Ziel - an einen Traum - mit sich bringt, müssen wir durchleben, um es zu erreichen. Wenn wir also unseren Fokus auf die Reise und die Veränderung legen, verlieren wir nicht die Hoffnung, wenn wir auf Widerstand stoßen oder keine Erfolge sehen. Denn nun wissen wir, dies ist Teil des Plots. Dies bringt Spannung in unsere Geschichte und sorgt dafür, dass wir etwas erleben. Das muss sich gar nicht beängstigend anfühlen, denn wenn wir unserer eigenen Berufung folgen, werden wir merken, dass es sich richtig anfühlt. Wir wissen, unser Fokus liegt auf der Reise. Das Ziel erreichen wir so oder so, denn daran glauben wir. Aber die Kämpfe, die wir bis dahin austragen müssen, sorgen dafür, dass wir zu der Person
werden können, die dieses Ziel erreicht.
7. Abschluss: Nachklang
Skeeter verliert und riskiert vieles auf ihrem Weg zur Autorin. Doch genau diese Veränderungen machen sie zu der
unabhängigen und mutigen Frau, die sie sein muss, um die Geschichte zu veröffentlichen.
Wer darfst du werden, um deinen Traum zu leben und dein Ziel zu erreichen?
Wenn wir uns darauf konzentrieren, werden wir zu der Person, die wir sein sollen.
Der Weg ist das Ziel.
Veränderung ist Teil davon.
Und vielleicht ist genau das der Punkt: zu werden.
Vielleicht wird es nicht leichter – aber doch klarer. Sicherer.
Falls auch du auf der Suche nach deiner Bestimmung bist, kann dir mein Purpose Guide helfen, sie zu finden, damit du noch heute zu der Person werden kannst, die dein Ziel erreicht.
Wenn Dich solche Gedanken begleiten, folge mir auf TikTok oder Pinterest @gladahalbor für noch mehr Inspo, Unterstützung und Gemeinsamkeiten.

